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Audre Lorde
Ein strahlendes Licht

Schriften, Reden und Gespräche

»Audre Lorde hat gebrannt, sie war ein wegweisendes Licht –intelligent, entschlossen, kraftvoll, sinnlich, provokativ und unauslöschlich.«

Roxane Gay

»Lordes Arbeit wird wichtig sein für all jene, die ein echtes Interesse daran haben, ihre Feinfühligkeit, Intelligenz und Weitsicht zu schulen.«

The New York Times 

Audre Lorde
Ein strahlendes Licht
Schriften, Reden und Gespräche

Originaltitel: A Burst of Light Aus dem amerikanischen
Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Bonné, Marion Kraft, Mirjam Nuenning und Pasquale Virginie Rotter
Mit einem Vorwort von Alexis Pauline Gumbs und einem Nachwort von Cheryl Clarke
Covermotiv von JEB
Covergestaltung von Naomi Baldauf
224 Seiten • Halbleinen
Format 12,5 x 20,5 cm
€ (D) 24,– • sFr 32,50 • € (A) 24,70
ISBN 978 3 311 35001 9 • Auch als E-Book
WG 1118 • 14. Oktober 2021

»Ich bin Schwarz, lesbisch, Feministin, Kriegerin, Dichterin, Mutter.« So beschrieb sich Audre Lorde. Noch heute, knapp dreißig Jahre nach ihrem Tod, ist sie unvergesslich als Ikone des Schwarzen Feminismus und des Civil Rights Movement. Ein strahlendes Licht ist die perfekte Einführung in ihr Werk, versammelt es doch Lordes wichtigste Schriften zum Kampf gegen Rassismus, gegen die Unterdrückung von Frauen und für eine gesellschaftliche Anerkennung nicht-heterosexueller Beziehungs- und Familienstrukturen, Themen, die uns noch immer umtreiben. Und so gibt dieses Buch auch prägnante Antworten auf brennende Fragen unserer Zeit. Ein zentraler Text in diesem Band ist Lordes Bericht über ihre Krebserkrankung, die für sie zum Katalysator gegen jede Art von Unterdrückung wurde. Lorde lehnt sich auf gegen all jene, die die Stimmen derer, die sie als »anders« empfinden, zum Schweigen bringen wollen und feiert zugleich weibliche Stärke und Solidarität. Und all das tut sie mit Verve, mit Wut, mit lyrischer Präzision.

AUDRE LORDE, 1934 im New Yorker Stadtteil Harlem geboren, wuchs in schwierigen Verhältnissen auf. Das Verhältnis zu ihren Eltern beschrieb sie als kühl, in der Schule fühlte sie sich als Außenseiterin. Zuflucht suchte Lorde in Büchern, vor allem in Gedichten. Schon als Kind beantwortete sie die Frage danach, wie es ihr gehe, oft mit einem Gedicht. Mit zwölf begann sie selbst Lyrik zu schreiben, die später ein Kernelement ihrer schriftstellerischen Tätigkeit werden sollte. Lorde war Professorin am Hunter College in New York, wo sie Afroamerikanische Literatur und Kreatives Schreiben lehrte. In ihren Gedichten, autobiographischen Texten und Essays, die sie zu einer der wichtigsten Feministinnen der 1970er und 1980er Jahre machen sollten, widmete sich Lorde immer wieder dem Verhältnis zwischen Individuum und Stereotyp, Differenz und Kontinuität, Gleichberechtigung und Diversität. Heute ist sie eine Kultfigur für junge Feministinnen jeglicher Herkunft. Lorde starb 1992 auf der Karibikinsel Saint Croix, USA.

© JEB

EVA BONNÉ, geboren 1970, hat Amerikanistik und Lusitanistik studiert, übersetzt Literatur aus dem Englischen, u.a. von Rachel Cusk, Anne Enright und Michael Cunningham und lebt in Berlin. Von Audre Lorde hat sie bereits den Essayband Sister Outsider ins Deutsche übertragen, gemeinsam mit MARION KRAFT.

MARION KRAFT ist Amerikanistin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Schwarzer feministischer Theorie und Literatur. Als Übersetzerin übertrug sie u.a. eine Sammlung von Audre Lordes Lyrik ins Deutsche.

MIRJAM NUENNING ist Übersetzerin für englischsprachige afrodiasporische Literatur und Gründerin des afrodiasporischen Kindergartens Sankofa (Berlin). Nach einem Studium an der Howard University in Washington, D.C., lebt sie heute in Berlin. Zu ihren Übersetzungen gehören die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle und Synchronicity von Sharon Dodua Otoo sowie Kindred–Verbunden von Octavia Butler.

ALEXIS PAULINE GUMBS ist die Autorin der in Kürze erscheinenden Biographie The Eternal Life of Audre Lorde. Biography as Ceremony und die erste Wissenschaftlerin, die sich mit Lordes Aufsätzen aus den Spelman College Ar- chives beschäftigt. Sie hat außerdem zahlreiche Bücher geschrieben, darunter Undrowned. Black Feminist Lessons from Marine Mammals, Dub. Finding Ceremony, M Archive. After the End of the World und Spill. Scenes of Black Feminist Fugitivity, und ist Mitherausgeberin von Revolutionary Mo-thering. Love on the Front Lines. Alexis Pauline Gumbs arbeitet als Redakteurin bei der Zeitschrift Feminist Studies und ist Mitbegründerin des Mobile Homecoming Trust.

CHERYL CLARKE, 1947 in Washington DC geboren, ist Dichterin, Essayistin, Pädagogin und eine Schwarze feministische Aktivistin. Viele Jahre lang war Audre Lorde ihre Mentorin und Vertraute. Mit ihrer Lebenspartnerin Barbara Balliet ist Clarke Mitinhaberin von Blenheim Hill Books, einem Second-Hand-Buchladen in Hobart, wo sie jeden Sommer das Hobart Festival of Women Writers organisiert.

DAGMAR SCHULTZ studierte zunächst an der Freien Universität Berlin und studierte und arbeitete dann in den USA und in Puerto Rico von 1963 bis 1972, wo sie in der Bürgerrechtsbewegung, der Friedensbewegung und der Frauenbewegung aktiv war. Sie erhielt 1972 ihren Doktortitel von der University of Wisconsin at Madison mit einer Dissertation über Arbeiterbildung.
Von 1973 bis 1986 lehrte Dagmar Schultz am John-F.-Kennedy Institut für Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Women’s studies and cultural and immigration issues und habilitierte 1989 am Soziologischen Institut der FU. Von 1991 bis 2004 war sie Professorin an der Alice-Salomon-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik.
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 1974 war Dagmar Schultz Mitgründerin und bis 1981 Mitarbeiterin des Feministischen Frauengesundheitszentrum Berlin. Sie war ebenfalls 1974 Mitgründerin des Frauenselbstverlages, später sub rosa Frauenverlag und ab 1986 Orlanda Frauenverlag, den sie bis 2001 als Verlegerin leitete.
Als Verlegerin des Orlanda Frauenverlags publizierte Schultz Macht und Sinnlichkeit – Ausgewählte Texte von Audre Lorde und Adrienne Rich sowie weitere Werke von Audre Lorde und Bücher von Schwarzen deutschen Autorinnen. Sie ist Regisseurin und Produzentin des Films Audre Lorde – The Berlin Years 1984 to 1992, der seine Weltpremiere auf der Berlinale 2012 hatte.

PASQUALE VIRGINIE ROTTER lebt und arbeitet als Somatic Coach, Autor*, Performer*, Prozessbegleiter* und Healing Being in Berlin und Brandenburg. 2015 übersetzte Rotter eine Sammlung von Audre Lordes Reden und Essays ins Deutsche.

JOAN E. BIREN oder JEB, 1944 in Washington geboren, ist eine feministische Fotografin und Filmemacherin, die das Leben von LGBTQIA* in Kontexten dramatisiert, die von Gesundheitswesen und Hurrikanhilfe bis zu Womynmusik und Antirassismus reichen. In ihrer Fotografie befreite sich JEB von traditionellen Machtstrukturen; sie spricht nicht von den Gegenständen ihrer Kunst, sondern von ihren Musen. JEB war mit Audre Lorde befreundet und porträtierte sie mehrmals. Das Cover von Ein strahlendes Licht erzählt von dieser Verbindung. JEB lebt heute umgeben von ihrer selbst gewählten Familie und versucht sich immer wieder vom Fotografieren zurückzuziehen. Den Kampf für soziale Gerechtigkeit möchte sie niemals aufgeben – das hat sie sich fest vorgenommen.