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Johanne Lykke Holm
Strega

»Johanne Lykke Holm hat einen filmischen Untergangsroman geschrieben, der im Grenzbereich zwischen The Virgin Suicides, The Grand Budapest Hotel, Suspiria und Melancholia angesiedelt ist. Die Geschichte ist voller romantischer, mystischer Stimmungen, die so scharf geschildert sind, dass jeder einzelne Satz wie ein Juwel in einer symbolträchtigen Textnacht glänzt.«

Sinziana Ravini

»Der Text ist ein Schatz, den es zu entdecken gilt. Man kann seine Schönheit nicht übersehen.«

Göteborgs-Posten

Johanne Lykke Holm
Strega

Originaltitel: Strega
Aus dem Schwedischen von Hanna Granz
Mit einem Nachwort von Dorothee Elmiger
Covermotiv von Ida Sønder Thorhauge
Covergestaltung von Naomi Baldauf
192 Seiten • Gebunden, geprägt
Format 14,5 x 20,5 cm
ca. € (D) 24,00 • ca. sFr 32,50 • ca. € (A) 24,70
ISBN 978-3-311-35009-5 • Auch als E-Book
WG 1 112 • 22. September 2022

In anregenden und ungehemmten Bildern erschafft Johanne Lykke Holm eine Welt voller Übernatürlichem, voller Ge­heimnisse und der potenziellen Energie von Mädchen an der Schwelle zur Weiblichkeit. Strega lässt sich als Allegorie auf ge­sellschaftliche Riten verstehen, auf die Erwartungen an Frauen und die Gewalt, die wir allzu leicht zulassen – und entfaltet wie ein Zauber noch lange nach dem Lesen seine Wirkung. Strega ist eine einfallsreiche und atmosphärische moderne Gothic­ Novel über neun junge Frauen, die in einem abgelegenen Alpenhotel arbeiten, und darüber, was passiert, wenn eine von ihnen verschwindet.

Mit Toilettenartikeln, Haarbändern und Notizbüchern in der Tasche verlässt die neunzehnjährige Rafa auf Anweisung ihrer Mutter ihr Elternhaus und die Küstenstadt, in der sie aufgewachsen ist. Aus dem Zugfenster sieht sie die beleuchteten Berge und die perfekten Bäume – und das Olympic Hotel, das über dem kleinen Dorf Strega auf sie wartet. Dort bekommt sie die steife schwarze Uniform der Saisonarbeiterin, wie acht andere Mädchen auch, mit denen sie in einem Schlafsaal über­nachtet. Unablässig schuften die Mädchen unter den Blicken ihrer strengen Chefinnen, um alles bereit zu machen für Gäste – die nicht kommen. In ihren freien Momenten flüchten die neun sich in den Kräutergarten und suchen Trost beieinander. Schließlich füllt sich das Hotel doch, für eine wilde, rauschende Party – und dann verschwindet eines der Mädchen. Was folgt, sind tiefe Enthüllungen über die Mythen, die wir jungen Frau­en beibringen, über das, was wir ihnen von der Welt zumuten, und darüber, ob ein sanfteres, schöneres Leben möglich ist.

JOHANNE LYKKE HOLM, geboren 1987, ist Autorin und Übersetzerin. Zusammen mit der dänischen Autorin Olga Ravn gibt sie einen Literatur- und Schreibkurs, Hekseskolen (Die Schule der Hexen), der sich auf verschiedene Weisen mit den Stimmen junger Frauen beschäftigt. Johanne Lykke Holm hat u. a. Yahya Hassan, Josefine Klougart und Hiromi Itō ins Schwedische übersetzt. 2017 erschien ihr Debütroman Nattensom föregick denna dag. Strega erschien 2020 in Schweden und wird derzeit in neun Sprachen übertragen. Johanne Lykke Holm lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Malmö.

© Benedikt Schnermann

HANNA GRANZ, geboren 1977, hat in Bonn und Greifswald Skandinavistik studiert und war Mitarbeiterin des Literaturhauses Leipzig. Zuletzt hat sie u. a. Werke von Alex Schulman, Tove Alsterdal und Sofie Sarenbrant ins Deutsche übertragen. Sie lebt mit ihrer Familie im Werratal. In ihren Übersetzungen versucht sie, den Originaltexten ihren Ton abzulauschen und ihn nachzubilden; die Bilder, die der Text hervorruft, zu erfassen und in denselben Farben nachzumalen.

DOROTHEE ELMIGER, geboren 1985, lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Zürich. 2010 erschien ihr Debütroman Einladung an dieWaghalsigen, 2014 folgte der Roman Schlafgänger. Ihre Texte wurden in verschiedene Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und vielfach ausgezeichnet. Mit Aus der Zuckerfabrik war sie 2020 auf der Shortlist für den Schweizer und für den Deutschen Buchpreis.

IDA SØNDER THORHAUGE, geboren 1990, hat das Bild für das Cover sowie für das Vor- und Nachsatzpapier von Strega gemalt. Sie hat einen MFA der Jutland Art Academy (2016) und der Akademie der Bildenden Künste Wien (2015). Im Jahr 2021 erhielt Thorhauge das Zweijahresstipendium The Young Artistic Elite der Danish Arts Foundation. Ihre Arbeiten wurden in Institutionen wie der Kunsthal NORD, der Kunsthal Aarhus und O – Overgaden ausgestellt. Sie lebt in Kopenhagen.

Im Film Not Faking Utopia von Ann Kathrin Doerig erzählt Johanne Lykke Holm aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit und liest aus Strega.